Rückblick und Erinnerungen - Erste Erfolge

Erste Erfolge sollten den Turnern bald beschieden sein. Von dem Gauturnfest in Heinsberg, das der dortige Verein im Jahre 1905 ausrichtete, kehrten Wilhelm Lorenz, Heinrich Schmitz und Wilhelm Vorbroock als stolze Sieger heim. Sie hatten die ersten Eichenkränze im turnerischen Wettkampf errungen.
Das war für viele ein Ansporn, ihnen nachzueifern.

Was ist ein Verein ohne Fahne?
Wer die Mentalität der Menschen - damals und auch heute - kennt, kann sich lebhaft vorstellen, wie oft diese Frage gestellt worden sein mag. Die opferwilligen Mitglieder griffen tief in ihre Taschen. Bereits im April des Jahres 1906 konnte der Verein, unter dem Vorsitz von Wilhelm Vorbroock, seine Fahnenweihe festlich begehen.

Drei Jahre zuvor (1903) hatten einige Damen zaghafte Versuche unternommen, am turnerischen Leben teilzunehmen. Am Tag der Fahnenweihe erfuhr die Öffentlichkeit erstmalig von der Existenz einer Damenabteilung. Sie stiftete die prachtvolle Fahnenschleife.
Im Jahre 1908 fand das Gauturnfest in Viersen statt. Sechs unserer Turner kehrten als stolze Sieger heim.
Im Laufe der Jahre haben unsere Turner auf Rheinischen und Deutschen Turnfesten ihr turnerisches Können unter Beweis gestellt und manchen Siegerkranz errungen. Aus dem gesamten Gladbacher Turngau gingen 1913 in Leipzig 4 Turner aus den Wettkämpfen als Sieger hervor. Einer von ihnen war Lambert Deußen sen., für Neuwerk eine Sensation. Die Freude in den eigenen Reihen war verständlicherweise überaus groß.

Die Unglücksjahre 1914-1918 hatten auch für den Turnverein verheerende Folgen. Fast alle männlichen Vereinsmitglieder mußten Kriegsdienste leisten, und der Turnbetrieb kam völlig zum Erliegen.
Es fällt uns heute schwer, von Heldentod und Feld der Ehre zu sprechen, aber 21 junge, hoffnungsvolle Menschen aus den Reihen des Turnvereins haben ihr Leben im Glauben an eine gute Sache hingegeben.

Als gegen Ende des Jahres 1919 der Turnverein seine Tätigkeit wieder aufnahm, stellten sich ihm neue Schwierigkeiten entgegen:
Die Kasse war fast leer, das Wenige fiel der Inflation zum Opfer. Ein Beispiel dafür: Am 06.11.1923 wurde der Beitrag für Senioren auf 5 Milliarden und für Schüler auf 3 Milliarden festgesetzt. Im Dezember stellte man jede Beitragszahlung ein. Aber eine Sammlung erbrachte einen Betrag von 3 901 500 000 000 RM.

Die Besatzungsmacht verbot jede Art von Versammlung. So konnte 1923 das Stiftungsfest nur in einem bescheidenen Rahmen gefeiert werden.
Im gleichen Jahr noch verstarb Jakob Bühren. In ihm verlor der Turnverein einen überaus fähigen 1. Turnwart.

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