Rückblick und Erinnerungen - Steigende Mitgliederzahlen

Allmählich wuchs die Mitgliederzahl an. 1922 hatte der Verein 62 aktive Mitglieder, 1923 bereits 86 und 1924 sogar 114. Dabei sind die Jugendlichen und Schüler nicht berücksichtigt.
Die Jahre 1919 bis 1926 waren Jahre intensiver Aufbauarbeit. Herauszustellen ist, daß Anton Klein als erster Turner aus dem Verein nach dem Krieg auf dem Kreisturnfest in Remscheid Siegeslorbeeren erringen konnte.
Das Jahr 1926 ist deshalb so bemerkenswert, weil die Mitgliederzahl sprunghaft anstieg und das Interesse für Handball und Leichtathletik immer stärker wurde. Im Oktober 1926 wurde die erste Handballmannschaft aufgestellt und bald darauf eine zweite. Sechzehn junge Spieler der damaligen DJK traten dem Verein und damit der Handballabteilung bei.
In diesem Zusammenhang ist es notwendig, einige Namen zu nennen.
Christian Walbergs, sein Bruder Johann Walbergs und Martin Gingter waren "Männer der ersten Stunde". Nennen dürfen wir auch die Namen derer, die die Mannschaft von Sieg zu Sieg führten: Heinrich Bongartz, Heinz Buschüter, Heinrich Derichs, Heinrich und Toni Deussen, Heinrich Kempkens, Hans Kremer, Toni Prinzen, Hans Schrören, Fritz Tietze, Peter Walbergs und Willi Vander.
Drei Jahre hintereinander wurde die Handballmannschaft Kreismeister, schaffte den Aufstieg in die Gauklasse, die höchste Spielklasse der damaligen Deutschen Turnerschaft.
Das Interesse an den Handballspielen, auch über die Turnerschaft hinaus, war erfreulich groß. Über Zuschauermangel auf dem Platz bei Ohlenforst brauchte niemand zu klagen.

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Bei überregionalen Veranstaltungen gehörten unsere Turner der Stadtriege an. Es fand kein Bezirks-, Gau-, Rheinisches oder Deutsches Turnfest statt, an dem die Turner des Turnvereins nicht teilnahmen. Daß sie als Sieger geehrt werden konnten, war beinahe selbstverständlich. Höhepunkte in diesem Rahmen waren die Deutschen Turnfeste 1933 in Stuttgart und 1938 in Breslau. Strahlende Sieger waren Dr. August Beckmann, Heinrich Bühren, Hermann Hartges, Anton Klein, Wilhelm Lützenkirchen, Willi Melchers und Toni Prinzen.

Die steigende Mitgliederzahl des Turnvereins Neuwerk 1898 und die Konkurrenz von anderer Seite - die Turnerschaft Germania Hoven-Bettrath, die sich im Jahre 1903 konstituiert hatte - zwangen den Turnverein Eintracht Neuwerk-Engelbleck zur Auflösung.
Am 15. Dezember 1934 vereinigten sich der Turnverein Neuwerk 1898 und die Turnerschaft Germania Hoven-Bettrath zur "Turnerschaft Germania Mönchengladbach-Neuwerk 1898".

Der Verein und seine Mitglieder entwickelten eine beachtliche Aktivität: auf allen turnerischen Veranstaltungen waren die Turner vertreten, auf Wanderungen, auf Kreis-, Bezirks-, Berg-, Gau-, Rheinischen und Deutschen Turnfesten. So konnten sie sich in die Siegerlisten einschreiben. Einige wenige Beispiele sollen hier angeführt werden:

Dr. August Beckmann, Turnfestsieger in Breslau 1938, 2. Sieger bei den Stadtmeisterschaften 1939.
Hermann Hartges, Turnfestsieger in Breslau 1938, 3. Sieger bei den Stadtmeisterschaften 1939.
Toni Prinzen, Turnfestsieger in Breslau 1938, 4. Sieger bei den Stadtmeisterschaften 1939.
Anton Klein, Turnfestsieger in Breslau 1938, 5. Sieger bei den Stadtmeisterschaften 1939.
Willi Melchers, Turnfestsieger in Breslau 1938, 5. Sieger bei den Stadtmeisterschaften 1939.
Willi Lützenkirchen, Turnfestsieger in Breslau 1938.
Hermann Bühren, Turnfestsieger in Breslau 1938.
Matthias Keuren, 2. Sieger bei den Stadtmeisterschaften 1939.

Heinz Göbbels und Willi Pleuss wurden Sieger auf dem Kreisgruppenfest, das in der Zeit vom 7.8. - 13.8.1936 stattfand: Heinz Göbbels und Willi Pleuss.

Auch die Leichtathleten, die Handballer und die Faustballspieler waren sehr erfolgreich und kamen zumeist als stolze Sieger heim.

An ein anderes Kapitel erinnern wir uns ungern:
In der Zeit an 1933 bis 1945 wurden Turnen und Sport nicht um ihrer selbst willen betrieben, sondern sie sollten ein Teil der vormilitärischen Ausbildung sein. So mußte auch Schießen als sportliche Übung in das Programm aufgenommen werden. Wie wir den Protokollen entnehmen können, hatte der Vorsitzende seine liebe Not, die Turner auf den Schießstand zu schicken.

Am 28.3.1936 konnte Christian Walbergs erstmalig eine Damen-Handballabteilung vorstellen.

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